Im Februar 2026 ist die Diskussion um die Oehlerquerung Ausdruck einer grundlegenden stadtentwicklungspolitischen Fragestellung. Sie betrifft nicht allein eine verkehrliche Lösung, sondern ein in der Schillerstadt lang gehegtes Anliegen: die zukünftige Beziehung zwischen Altstadt und Neckarraum, die Erreichbarkeit der Innenstadt und das langfristige Selbstverständnis Marbachs als gewachsene, zugleich zukunftsorientierte Stadt. Zugleich liegt die Oehlerquerung an einer wichtigen touristischen Fahrradroute und wirkt als Stadteingang. Sie prägt den ersten Eindruck von Marbach und berührt damit Fragen des Stadtbildes, des Selbstverständnisses der Stadt sowie der touristischen Wertschöpfung.

Als Stadtmarketing Schillerstadt Marbach bringen wir die Perspektive von Handel, Gastronomie, Dienstleistung, Kultur, Tourismus und Vereinen ein. Diese Perspektive ist in öffentliche Prozesse einzubeziehen und in ihrer Wirkung auf Innenstadt und Schillerhöhe mitzudenken.

Maßstab ist der langfristige städtebauliche und wirtschaftliche Mehrwert

Die gewählte Lösung muss über kurzfristige Effekte hinaus Bestand haben. Entscheidend sind eine substantielle Verbesserung der Verbindung zwischen Altstadt und Neckar, eine hohe Aufenthaltsqualität sowie eine nachhaltige Stärkung der Innenstadt als Handels-, Kultur- und Begegnungsort. Dazu gehört ausdrücklich eine qualitätsvolle Gestaltung des Stadteingangs an der Oehlerquerung, insbesondere im Hinblick auf Radverkehr, touristische Routenführung und Aufenthaltsqualität. Stadtentwicklung im Kontext der Gartenschau 2033 ist als langfristige Investition in die Struktur und Identität Marbachs zu verstehen.

Berücksichtigung der wirtschaftlichen Auswirkungen

Erreichbarkeit, Frequenz und Planungssicherheit sind zentrale Faktoren für die Innenstadtakteure. Bauphasen, Verkehrsführung und Kommunikation müssen so gestaltet werden, dass Belastungen kalkulierbar bleiben. Die betroffenen Betriebe und Einrichtungen sind frühzeitig einzubeziehen, ihre Perspektive ist integraler Bestandteil einer tragfähigen Lösung.

Einbettung in ein schlüssiges Gesamtkonzept

Wenn die Oehlerquerung im Zusammenhang mit der Gartenschau 2033 betrachtet wird, muss sie Teil eines schlüssigen Gesamtkonzepts sein. Maßnahmen sind daran zu messen, ob sie auch über das Ausstellungsjahr 2033 hinaus einen dauerhaften Nutzen entfalten und die Verbindung von Marbachs Altstadt, Neckarraum und kulturellen Einrichtungen stärken.

Das Stadtmarketing Schillerstadt Marbach versteht sich in diesem Prozess als konstruktive Partnerin. Wir bieten an, die genannten Anliegen einzubringen und an Lösungen mitzuwirken, die ökonomische Vernunft, städtebauliche Qualität und institutionelle Klarheit miteinander verbinden. Ziel ist eine legitimierte und dauerhaft wirksame Entscheidung für die Schillerstadt Marbach.

LO · 21. Februar 2026