Warum Altstadt, Neckar und Schillerhöhe zusammen gedacht werden müssen.

Der Wettbewerb des Deutschen Literaturarchivs für das Forschungsarchiv „Tor zur Literatur“ auf der Schillerhöhe ist abgeschlossen. Der Beitrag des Berliner Architekten Gustav Düsing wurde prämiert. Mit diesem Projekt entsteht in den kommenden Jahren ein neuer Baustein auf der Schillerhöhe, der nicht nur ein Gebäude, sondern auch neue Wegebeziehungen und einen neuen Zugang zum Literaturcampus schaffen wird. Der Wettbewerb lenkt den Blick damit auf eine grundsätzliche Frage der Stadtentwicklung in Marbach.

Der prämierte Entwurf von Düsing sieht zwei niedrige, in die Landschaft eingebettete Baukörper mit begrünten, begehbaren Dächern vor. Diese Dächer sind öffentlich zugänglich und bilden einen neuen Weg über die Schillerhöhe. Das Gebäude wird damit nicht nur Archiv und Forschungsort, sondern zugleich Teil des Parks, Aussichtspunkt, Aufenthaltsort und Verbindung zwischen den Einrichtungen auf der Schillerhöhe. Architektur, Landschaft und öffentlicher Raum werden in diesem Entwurf bewusst miteinander verbunden.

Weitere große Projekte zeichnen sich in Marbach derzeit ab, wenngleich teilweise noch nur schemenhaft. Betrachtet man die Stadt als Ganzes, wird deutlich, dass diese Projekte räumlich und funktional zusammengehören und gemeinsam die zukünftige Struktur der Schillerstadt prägen. Der Rahmenplan der Gartenschau Marbach–Benningen 2033 zeigt, dass dieser Zusammenhang nicht nur gedanklich besteht, sondern auch planerisch: Der Planungsraum reicht von der Schillerhöhe über den Bereich der Oehlerquerung bis in die Neckaraue und weiter in Richtung Benningen. In diesem Raum liegen mit dem Literaturcampus, der Oehlerquerung und der Entwicklung des Neckarraums zentrale Bausteine der Stadtentwicklung. Die Aufgabe der Stadtentwicklung wird es sein, diese Orte und Räume gut miteinander zu verbinden und die Wege zwischen diesen Bereichen zu qualifizieren. Stadt wird in Wegen, Übergängen, Stadteingängen und ersten Eindrücken erlebt.

Für das Stadtmarketing Schillerstadt Marbach liegt hier eine gute Aufgabe. Das Stadtmarketing betrachtet die Stadt als zusammenhängenden Stadtraum und bringt die Perspektive von Handel, Gastronomie, Kultur und Tourismus in die Stadtentwicklung ein. Gäste und Bewohner bewegen sich durch die Stadt und erleben Bahnhof, Stadteingänge, Altstadt, Neckar und Schillerhöhe als zusammenhängenden Stadtraum. Die Aufgabe des Stadtmarketings besteht daher darin, die Bedeutung von Verbindungen, Wegen, Stadteingängen und Aufenthaltsqualität in die Diskussion um die zukünftige Entwicklung der Stadt einzubringen. Dies geschieht konkret, indem das Stadtmarketing die Wegebeziehungen in der Stadt thematisiert, die Perspektive von Besuchern und Nutzern in die Überlegungen einbringt und daran mitwirkt, dass Altstadt, Neckar und Schillerhöhe auch organisatorisch und kommunikativ als zusammenhängender Stadtraum wahrgenommen werden.

Die Zukunft der Stadt entscheidet sich daher nicht nur an einzelnen Projekten, sondern an den Verbindungen zwischen ihnen. Marbach kann gewinnen, wenn Altstadt, Neckar und Schillerhöhe künftig räumlich, funktional und atmosphärisch besser miteinander verbunden sind.

LO · 23. März 2026

Stadtmarketing Schillerstadt Marbach · Schillerhöhe im Frühling 2026

Stadtmarketing Schillerstadt Marbach · Schillerhöhe im Frühling 2026 · In der Bildmitte ist das bislang mit dem stillgelegten Hallenbad bebaute Areal, das für das geplante Forschungsarchiv ‚Tor der Literatur‘ des Deutschen Literaturarchivs vorgesehen ist.